Schäfer lieferte tollen Kampf

Auch Amateure können spannenden, sehenswerten und großen Boxsport demonstrieren. Das bewies am Samstag das Turnier des Boxsportclubs in der Stadthalle.

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Michael Schäfer, links im Bild, bei der Ringrichterentscheidung. Gelangt hat es dieses Mal noch nicht.

Blumberg (bal) An diesem Abend wurde zeitweilig bis zum Umfallen gefightet. So endeten drei Begegnungen durch Aufgabe. Ein Boxer musste disqualifiziert werden. Der eine oder andere "Fighter" wurde auch schon einmal angezählt. Auch fanden wieder mehr Zuschauer den Weg an den Boxring, wenn auch viele Boxsportbegeisterte von auswärts kamen.

Mit Bernfried Vogt, Michael Schäfer, Michael Faller und Spiggi Piotrowski stiegen vier Blumberger in den Ring. Sie zeigten sich durchweg kämpferisch und beherzt und mussten sich dennoch geschlagen geben, wurden aber jeweils mit Anerkennung und Beifall vom Publikum verabschiedet. Vogt zeichnete sich als stetiger Angreifer aus, musste sich letztlich geschlagen geben, da sein Gegner Mansur Arsakaer aus Müllheim ihn cool auskonterte. Schäfer lieferte einen tollen Kampf im Schwergewicht gegen Avdi Aslani aus Überlingen. Erst in der dritten Runde ging ihm die Luft aus, was schließlich zur Niederlage führte. Schäfer weiß selbst, dass er an seiner Kondition noch arbeiten muss. Auch Faller griff seinen Gegner Emrah Bozkaja aus Schwenningen immer wieder an, wirkte oftmals etwas überhastet und musste sogar einmal angezählt werden. Mit großem Kämpferherzen nahm er den Kampf bis zur bitteren Niederlage wieder auf. Bei den Schwergewichtlern wurde auch Piotrowski einmal angezählt. Er vernachlässigte zeitweilig seine Deckung und musste schwere Treffer einstecken, konnte sich gegen seinen Gegner Andreas Becker aus Freiburg nach sehenswertem Schlagabtausch über die Runden retten. Trainer Juppy Naser und Vereinschef Adolf Schäfer waren dennoch zuversichtlich, dass es mit den Blumberger Boxern aufwärts geht.

Weitere Ergebnisse im Einzelnen: Patrick Löwert, Klettgau, Sieger nach Punkten (SnP) gegen Enrico Müller, Knielingen; Salvatore Costa Sieger durch Aufgabe gegen Magornal Jangubaew, Knielingen; Erkan Boskaju, Schwenningen SnP gegen Philipp Vogler, Müllheim; Oktay Pekesen, Lahr, SnP gegen Alexander Pinneker, Müllheim; Artur Fedoruk, Müllheim, SnP gegen Jusuf Asllani, Überlingen; Jury Neumann, Überlingen, SnP gegen Daniel Brunner, Frauenfeld; Alex Ziegler, Frauenfeld, SnP gegen Benjamin Rillinger, Konstanz; Thomas Ryser, Zürich, Sieger durch Aufgabe gegen Xander Brosig, Freiburg; Alexej Kinstler, Lahr, SnP gegen Igor Heidle, Spaichingen; 


Hohe Auszeichnung für Gerhard Grether

Beim Festbankett anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Boxring Klettgau in der Stadthalle Tiengen gab es viele Auszeichnungen und Ehrennadeln. Vorsitzender Gerhard Grether erhielt die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.

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Vorsitzender Gerhard Grether (rechts) und Ehrenvorsitzender Edwin Schlatter (2.v. rechts) ernannten Hans-Peter Weber, Klaus Bruchholz, Klaus-Dieter Pettke, Klaus-Peter Heidt, Helmut Maigler, Franz Kimmel, Hans-Peter Dünkler, Manfred Berrer, Walter Nägele, dazwischen ABVB-Präsident Werner Kranz, Roland Bruchholz, Horst Schendel (von links) zu Ehrenmitgliedern.

Foto: Neubert

Tiengen - Nach den Ehrungen hätte leicht der Eindruck entstehen können, dass nahezu die Hälfte aller rund 450 Gäste in der Stadthalle eine Auszeichnung erhalten hatte. Vorsitzender Gerhard Grether ehrte viele verdiente und langjährige Mitglieder. Überdies ernannte er 15 treue Anhänger und ehemalige Boxer zu Ehrenmitgliedern.

Eine besondere Auszeichnung erhielt Gerhard Grether selbst. Oberbürgermeister Martin Albers hob sich die Überraschung bis zum Schluss des Festbanketts auf. Er steckte Gerhard Grether die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg für herausragende Leistungen im Ehrenamt an und überreichte ihm die vom Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger unterzeichnete Urkunde. Martin Albers: "Wir hatten die Ehrung beantragt und bekamen sie bewilligt." Albers sagte in seiner Festrede: "Ohne Gerhard Grether kann ich mir den Boxring Klettgau nicht vorstellen." Grether war überrascht und freute sich: "Mir fehlen die Worte."

Der Vorsitzender ernannte Walter Nägele, Manfred Berrer, Helmut Maigler, Dieter Pettke, Klaus-Peter Heidt, Artur Kimmel, Walter Kellmayer, Kurt Wanka, Hans-Peter Dünkler, Franz Kimmel, Roland Bruchholz, Klaus Bruchholz, Wolfgang Weber, Klaus Sandrock und Hans-Peter Weber zu Ehrenmitgliedern. 13 ehemalige, erfolgreiche Boxer, darunter Gründungsmitglieder, erhielten die goldene Medaille des Boxrings: Arnold Schendel, Horst Schendel, Hermann Dambach, Erich Maier, Herbert Dambach, Edwin Schlatter, Werner Günther, Erich Ripple, Gottfried Oberst, Wilhelm Bundt, Franz Fröhlich, Alois Rossa und Horst Schweizer. Überdies gab es eine Ehrung für die Verdienste im Verein für Friederike Schendel, Heidi Schlatter, Luzia Heidt, Ursula Kimmel, Angela Heidt, Erich Dyrschka, Karlheinz Mayer, Siegfried Lais, Siegfried Hauser, Karl-Heinz Zamecnik, Helmut Huber, Peter Voss, Winfried Voss, Hartmut Hirz, Otto Gallmann, Paul Kaschel, Günter Maigler, Franz Schindele, Adolf Meier, Viktor Frei, Hansi Tröndle.

Die Familie Bartholomä, Hedwig, Hubertus und Christoph unterstützen den Boxring Klettgau seit vielen Jahren. Das war für Gerhard Grether Grund genug, um den "Bartholomäs" die Ehrenmedaille des Vereins zu überreichen.

Werner Kranz, Präsident des Amateur-Boxverbands Baden, übergab Gerhard Grether für das 50-jährige Jubiläum des Boxrings die silberne Verbandsehrennadel.


Selina Löwert sorgt für Stimmung am Ring

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Luis Ramos vom Boxring Klettgau (links) boxte beherzt. Seine Linke verpasste den Gegner, Gustavo Sepolveda (Berlin), beim 24:13-Punktsieg.

Foto: neubert

Boxen: (neu) Die Staffel des Boxrings Klettgau unterlag in der Stadthalle Tiengen dem Boxring Eintracht Berlin 8:12. Rund 300 Zuschauer sahen zehn packende Kämpfe. Die Siege für die Klettgauer holten sich die beiden Gastboxer Alexander Suhokurov (Müllheim), Sinan Bayrak (Karlsruhe) sowie Selina Löwert und Luis Ramos.

Selina Löwert und Luis Ramos boxten sich in die Herzen der begeisterten Zuschauer. Insbesondere bei Selina Löwert war die Freude nach dem Sieg groß. Die 17-Jährige boxte gegen die ein Jahr ältere Kontrahentin Juliane God aus Berlin beherzt. Selina Löwert gewann überlegen mit 47:34.

"Sie war herausragend", sagte Fritz Schupp (Bad Säckingen), Vorsitzender der Gruppe Süd des Amateurboxverbands Baden. Bei den Südbadischen und Badischen Meisterschaften habe Selina Löwert keine Gegnerin gehabt. "Sie hat gut, mit einem sauberen Boxstil, gekämpft und mich überrascht", so Schupp. Ihr Trainingsfleiß und Beharrlichkeit haben sich ausgezahlt.

Luis Ramos. wurde gegen den Berliner Gustavo Sepolveda Punktsieger. Er ließ sich von der tollen Stimmung mitreißen, landete einen Punktsieg.

Missbilligend nahm das fachkundige Publikum, darunter viele ehemalige Boxer des Boxrings Klettgau, die Entscheidung der Punktrichter im ersten Kampf hin. In der Schülerklasse bis 45 Kilo lieferte Turan Gören seinem Gegner Daniel Wolter einen guten Kampf. Die Wertung war eindeutig. Wolter gewann mit 18:6 Punkten. Entsprechend gab es Pfiffe für die Kampfrichter. "Das war ein klares Fehlurteil", so die Meinung einiger Zuschauer.

Patrick Löwert trat gegen den Berliner Jugendmeister Sebastian Simon an. Er griff mutig an und musste sich mit 14:20 geschlagen geben. Xander Brosig bestritt seinen ersten Kampf für den Boxring Klettgau und hielt sich ebenso wacker. Sein Kontrahent aus Berlin, Krysztof Dryja, brachte immerhin die Erfahrung aus vier Kämpfen mit. Dryja gewann 22:13.

Keine Chance hatten Davide Faraci (Schüler bis 52 Kilo) gegen André Kaltenberger und Benjamin Sengül (Kadetten bis 60 Kilo) gegen Vitalij Egel. Faraci unterlag deutlich nach Punkten mit 10:26. Benjamin Sengül war im Kampf gegen André Kaltenberger überfordert. Der Ringrichter brach den Kampf in der zweiten Runde ab. Den Männerkampf gewann Sinan Bayrak (Karlsruher SC) gegen den Berliner Meister Hassan Rezgua mit 23:9.


Seit 50 Jahren standhaft im Ring

450 Gäste feierten in der Stadthalle Tiengen mit dem Boxring Klettgau das 50-jährige Jubiläum. Ehrengäste, Politiker, ehemalige Boxer, Freunde und Gönner des Vereins waren gekommen und gratulierten dem Vorsitzenden Gerhard Grether.

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Militärischer Drill unter Hypnose. Mike Ascott aus Ulm (rechts) zog die drei "Versuchskaninchen" in seinen Bann. Er zeigte beim Jubiläumsabend des Boxrings Klettgau eine beeindruckende Hypnoseshow
Foto: Neubert 

Tiengen - "Der Turnverein Lauchringen war der Geburtshelfer, die Mutter des Boxrings Klettgau. Heute ist das Kind selbstständig und 50 Jahre alt", erinnerte Rita Schwarzelühr-Sutter an die Geburtsstunde. Die Boxer waren eine Unterabteilung des Turnvereins Lauchringen. Die Bundestagsabgeordnete sprach in ihrer Funktion als Vorsitzende des Turnvereins.

Festredner Oberbürgermeister Martin Albers recherchierte im Internet und fand heraus, wo der Boxsport seinen Ursprung hatte. 3000 vor Christus seien die ersten Faustkämpfe zur Unterhaltung ausgetragen worden.

1955 kamen die Schendels, blickte Martin Albers zurück. Horst und Arnold Schendel gehörten zu den Gründern des Vereins. Albers: "Sie kamen hierher und wollten boxen." Das bemerkenswerteste für den Oberbürgermeister: Die Welt habe sich verändert, den Boxring Klettgau gebe es immer noch.

Martin Albers stellte die Funktion des Vereins in der Stadt Waldshut-Tiengen in den Vordergrund. Das Chilbi- und Schwyzertagboxen etwa seien ein gesellschaftlicher Höhepunkt in der Stadt. Er erinnert an die vielen Erfolge der Boxer im Verein. Sein Lob galt dem amtierenden Vorsitzenden Gerhard Grether: "Ohne Gerhard Grether kann ich mir den Boxring Klettgau nicht vorstellen."

Grether erhielt von Albers nicht nur ein Präsent der Stadt, der Vorsitzende, Trainer und einst erfolgreiche Boxer nahm für seine herausragenden Leistungen auch die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg entgegen. Gerhard Grether war überrascht: "Mir fehlen die Worte."

Politik und Boxen hätten einiges gemeinsam, sagte der Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger: "Es ist eine Sache des Kopfes, der Taktik, Strategie und des Geschicks." Es sei in der heutigen Zeit eine tolle Leistung, wenn ein Verein fähig sei, zehn eigene Kämpfer in den Ring zu schicken, sagte Werner Kranz, Präsident des Amateur Boxverbandes Baden, anerkennend. Er überreichte Gerhard Grether die Silberne Ehrennadel des Amateur Boxverbandes.

Die beiden Sportausschussvorsitzenden Edwin Schlatter (Tiengen) und Rudolf Maier (Waldshut) lobten die "großartige Jugendarbeit". Es sei beeindruckend, wie es immer wieder gelinge, Talente zu sichten und zu Höchstleistungen zu bringen. Für den Judoclub Tiengen gratulierte Vorsitzender Roland Gantert.

Eine Hypnoseshow von Mike Ascott und die akrobatischen Einlagen des Turnvereins Erzingen rundeten einen gelungenen Festakt ab.



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Die Staffel des Boxrings Klettgau: Von links Co-Trainer Engelbert Brillowski, Betreuer Klaus Bruchholz, Sebastian Peter, Benjamin Sengül, Luis Ramos, Patrick Loewert, Tobias Eggert, Turan Gören, Sergej Ernst, Davide Faraci, Trainer Gerhard Grether, Selina Loewert, Toni Sabery, die Co-Trainer Hubertus Bartholomä und Franz Kimmel.

Foto: neubert

Rassige Kämpfe zum Jubiläum

Im Rahmen seines 50-jährigen Jubiläums veranstaltet der Boxring Klettgau heute ab 19 Uhr in der Stadthalle Tiengen eine Box-Gala gegen Eintracht Berlin.

Boxen: (neu) BRK-Vorsitzender Gerhard Grether engagierte Sinan Bayrak vom Karlsruher SC als Gastboxer und Alexander Suhorukov, Philipp Vogler, Ciril Sticker und Artur Fedoruk aus Müllheim. Aus den Reihen des BRK starten Sebastian Peter, Benjamin Sengül, Luis Ramos, Patrick Löwert sowie Davide Faraci, Turan Gören, Tobias Eggert, Sergej Ernst, Ferhat Yildirim und Xander Brosig. Bei den Berlinern boxt der mehrfache Berliner Meister Hassan Regsua.

 

 


Ein Verein boxt sich durch

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Die Erfolgsgaranten des Boxring Klettgau (von links): Edwin Schlatter, Ehrenvorsitzender (125 Boxkämpfe), Klaus Peter Heidt, Vorstandsmitglied (96 Kämpfe), Kurt Wanka (aktiver Boxer und Vorstandsmitglied, Gründungsmitglied Arnold Schendel (20 Jahre Trainer ) Gerhard Grether (300 Kämpfe, 24 Jahre Trainer, 15 Jahre Vorsitzender), Klaus Dieter Pettke (92 Kämpfe), Wolfgang Weber (neun Jahre Vorsitzender), Christoph Weber (bisher 72 Kämpfe). 

 

Tiengen - Der Boxring Klettgau lädt am Freitag, 21. Oktober, zu einer Boxgala gegen Eintracht Berlin in der Stadthalle Tiengen aus Anlass des 50-jährigen Vereinsbestehens ein. Am Samstag, 22. Oktober eröffnet die Stadtmusik Tiengen um 18.15 Uhr den Festakt mit Ehrengästen aus Sport und Politik sowie vielen Freunden des Boxsports.

Vorsitzender Gerhard Grether, selbst erfolgreichster aktiver Boxer des Vereines mit über 300 sportlichen Einsätzen im Boxring, erwartet über 450 Gäste.

Unter erschwerten Bedingungen erreichte Gründungsmitglied Arnold Schendel am 23. April 1955 die Aufnahme einer selbstständigen Boxabteilung im Turnverein Unterlauchringen. Mit seinem Bruder Horst Schendel und Boxsport begeisterten Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde bereits im Jahre 1956 mit Wolfgang Hefele der erste Südbadische Meistertitel errungen. Im Jahre 1958 beschloss man die Namensänderung in Boxring Klettgau und mit Herbert Dambach und Peter Matt errangen zwei junge Boxer den Titel eines Süddeutschen Meisters.

Willi Zarte, Georg Bräutigam und Hermann Dambach waren die ersten Vereinsvorsitzenden. Es folgte nach einer ersten Krise im Verein Nikolaus Heidt sieben Jahre als Vorsitzender.

Edwin Schlatter folgte von 1971 bis 1981, Wolfgang Weber von 1981 bis 1990 und seit 1990 leitet Gerhard Grether den Verein als Vorsitzender.

Erfolgreiche Trainer leiteten das Boxtraining. Seit 24 Jahren ist Gerhard Grether in Personalunion Trainer. Es folgen Arnold Schendel mit über 20 jähriger Trainertätigkeit, Thomas Grether, Günther Werner, Edwin Schlatter, Gerhard Moosmann, Walter Mainzer, Günter Maigler, Herbert Dambach.

Weit über 800 Jugendliche und Erwachsene traten dem Boxring als aktive Kämpfer bei. 85 aktive Boxer bestritten über 3300 Boxkämpfe und gewannen über 450 südbadische, badische, süddeutsche und Finalkämpfe bei den Deutschen Meisterschaften. Eine Erfolgsbilanz, die im Amateurboxverband Baden und im Deutschen Boxverband anerkannt wird.

Eine große Delegation des Deutschen und Badischen Amateur-Boxverbandes wird die sportlichen Leistungen des Boxrings Klettgau würdigen. 


Ich werde um das Chilbi-Boxen kämpfen!

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Rudolf Maier (66) ist seit zwölf Jahren Vorsitzender des Sportausschusses in Waldshut-Tiengen, der das traditionelle Chilbi-Boxen mit dem Boxring Klettgau ausrichtet.

Foto: Edinger

Seit 42 Jahren gibt es das Chilbi-Boxen in Waldshut. Die Veranstaltung, die früher die Kassen der Festwirte klingeln ließ, ist unter den Druck der kommerziellen Vermarktung des Traditionsfestes geraten. In diesem Jahr mussten die Boxer schon um 17 Uhr in den Ring steigen, weil die Schausteller finanzielle Einbußen fürchteten. Zu den Hintergründen befragten wir Rudolf Maier (66), seit zwölf Jahren Vorsitzender des Sportausschusses in Waldshut, der diese Veranstaltung mit dem Boxring Klettgau ausrichtet.

Das Chilbi-Boxen gerät seit einigen Jahren immer mehr unter Druck. Terminverschiebungen waren die Folge. Was sind die Hintergründe hierfür?

Der neue Festwirt wollte das Boxen vom Freitagabend auf den Sonntagmorgen verlegen, das ist in Bayern so Tradition. Das hätte aber Probleme mit der Florians-Kapelle gegeben, die dort ihren Platz mit dem Wunschkonzert hat. Im vergangenen Jahr einigten wir uns auf den Samstagabend, der auch recht erfolgreich war. Die Schausteller beklagten sich da wiederum, dass auf dem Rummelplatz nichts los sei. Nach langen Gesprächen waren wir bereit, am Samstag schon um 17 Uhr zu boxen. Ich war im Vorfeld skeptisch und sehe das nur als Versuch.

Ein gescheiterter Versuch?

So kann es auf jeden Fall nicht weiter gehen. Auf Dauer ist das kein idealer Termin.

Wie bewerten Sie die heutige Veranstaltung aus Sicht des Sportausschusses?

Der Termin ist schlecht, wir hatten nur etwa 300 zahlende Zuschauer. Im vergangenen Jahr waren es noch fast 600. Das gibt Probleme, denn wir haben natürlich auch Kosten. Die Boxer wollen Geld für ihre Auftritte. Finanziell werden wir dieses Mal noch mit einem "blauen Auge" davonkommen - auch dank unserer Sponsoren.

Haben Sie das Gefühl, dass die Boxer langsam aber sicher aus dem Chilbi-Festzelt geboxt werden sollen?

Ja, das Gefühl habe ich.

Hat diese Veranstaltung unter diesen Umständen überhaupt noch eine Zukunft?

Die Boxer, die hier auftreten, sind bestimmt nicht schlecht. Gerade das Chilbi-Boxen hat ein treues Stammpublikum, das uns auch in diesem Jahr die Treue gehalten hat. Dennoch ist die Zukunft der Veranstaltung ungewiss.

Werden sie kämpfen?

Sicher kämpfe ich um das Chilbi-Boxen. So schnell geben wir nicht auf.

Nachgefragt hat Gerald Edinger


Capan und Vatansever boxen sich durch

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Boxen: (ew) Mahmut Vatansever vom Boxring Klettgau überraschte mit seinem Sieg im B-Finale der Badischen Meisterschaften gegen den Karlsruher Stan Elzer nicht nur seinen Trainer Gerhard Grether. 250 Zuschauer in der Tiengener Stadthalle feierten den türkischen Halbschwergewichtler.

Die Qualifikation für die Badischen Meisterschaften verlief sportlich zufriedenstellend. Fritz Schupp (Bad Säckingen), oberster Kampfrichter im Deutschen Amateur-Boxsportverband und Jugendwart des Badischen Verbandes, war mit den Leistungen zufrieden: "Wenn man bedenkt, dass viele junge Boxer im Ring standen, war es eine gute Veranstaltung."

Einem dieser jungen Kämpfer hatte Schupp per Sondergenehmigung kurzfristig den Start ermöglicht. Ömer Capan vom BR Klettgau bestritt im Mittelgewicht seinen ersten Kampf bei den Männern. "Eigentlich ist er noch ein Junior. Sein klarer Punktsieg gegen den Schwetzinger Tarcan Örüc hat aber gezeigt, dass ich mit dieser Freigabe richtig lag", freute sich Schupp. Capan hat sich so für das B-Finale bei den Badischen Meisterschaften am 23. Juli in Schwetzingen qualifiziert.

Dreimal ging es bereits um Titel. Allerdings "nur" in der "B-Klasse". Der Verband hat die Kämpfer in Leistungsklassen eingeteilt. In der B-Gruppe steigen Kämpfer mit maximal sieben Siegen in den Ring. Die erfahreneren Boxer sind in der A-Gruppe.

Einen von drei B-Meistern stellt der Box-Ring Klettgau. "Damit haben ich nicht gerechnet. Mahmut hat mich überrascht", strahlte der BRK-Trainer und Vorsitzende Gerhard Grether. Vatansever (25) dominierte im Halb-Schwergewicht den Karlsruher Stan Elzer fast nach Belieben. Am Ende stand ein deutlicher Punktsieg.

Für vier BRK-Boxer gab es teils empfindliche Niederlagen. Der Ex-Welt- und Europameister im Kickboxen, Gültekin Ergün, ging im Halbfinale sogar auf die Bretter. Mario Loguerio, Badischer Meister aus Singen, streckte den Weltergewichtler gleich zwei Mal zu Boden. Für Giovanni Alongi war die deutsche Nummer neun der Federgewichtler, Thomas Bannwarth (Karlsruhe) eine Nummer zu groß. Bannwart gewann auch im Halbfinale gegen Ahmet Kavakli (BC Pforzheim).

Luis Ramos bekam vom Freiburger Ajed Zena seine Grenzen aufgezeigt. Immer wieder steckte der Tiengener knallharte Schläge zum Kopf weg, unterlag zu Recht deutlich nach Punkten.

Ali Durmus Bedil beeindruckte mit seinem unorthodoxen Kampfstil den Pforzheimer Deniz Sür nur in der vierten und letzten Runde - zu wenig. 


Zum Jubiläum fliegen die Fäuste

Tiengen (eds) Der Boxring Klettgau eröffnet das 50. Jubiläumsjahr mit einer internationalen Boxveranstaltung am Samstag, 23. April, in der Stadthalle Tiengen. Dieses Datum erinnert an den Beschluss der Mitgliederversammlung des Turnvereins Unterlauchringen, die Boxabteilung in den Turnverein aufzunehmen.

Arnold Schendel als Trainer und Horst Schendel, die ersten aktiven Boxer, leiteten die ersten Trainingsabende. Willi Zarte wurde Abteilungsleiter, Ehefrau Inge Zarte Schriftführerin, Manfred Hofmann, führte die Kasse der Abteilung. Aufgenommen wurde die Boxabteilung in den damaligen Südbadischen Amateurboxverband.

Erich Maier, Hermann Dambach, Georg Ascherl waren die ersten Passivmitglieder und treuen Helfer. Zu den ersten aktiven Boxern bereits im Gründungsjahr zählten, Arnold und Horst Schendel, die ihrer Erfahrungen aus der damaligen DDR mitbrachten. Es folgten Adolf Maier, Manfred Hofmann, Karl Dambach, Herbert Dambach, Hans Ritter, Wolfgang Hefele, Franz Schindele, Helmut Wuschinsky, Peter Matt, Erich Rieple und Gerhard Zab. Wolfgang Hefele erreichte bei einem seiner ersten Kämpfe im Jahre 1956, bereits den Endkampf um die Südbadische Meisterschaft und wurde Vizemeister. 1957 gab es einen weiteren Aufschwung im Verein. Neumitglieder im aktiven Bereich wurden Edwin Schlatter, Dieter Tröndle, Walter Pampel, und als weitere Zugkraft Werner Günther, (aus der damaligen DDR) der in Grießen ein neues zu Hause fand.

Im Jahre 1958 übernahm Hermann Dambach den Vorsitz zusammen mit Georg Bräutigam. Die Mitglieder fassten den Beschluss, den Verein Eigenständig zu führen und dem Verein den Namen "Boxring Klettgau " zu geben.

Der Boxring Klettgau steigerte seine Mitgliederzahlen und besonders die Erfolge seiner aktiven Kämpfer. Es folgten als Vorsitzende Nikolaus Heidt (sechs Jahre), Edwin Schlatter (zehn Jahre), Wolfgang Werber (neun Jahre) und seit 1990 Gerhard Grether.

Für die erste Veranstaltung am 23. April in der Stadthalle Tiengen hat Vorsitzender Gerhard Grether, Boxer aus der Schweiz und Südbaden verpflichtet.

Zugesagt haben Kämpfer aus Solothurn, Chur, Winterthur, Basel und Zürich, Schopfheim, Lörrach, Weil und Freiburg. Der Boxring Klettgau wird seine Kämpfer gegen diese Auswahl stellen.

Die Boxkämpfe werden bereits um 18.30 Uhr beginnen. Schüler bis 14 Jahre erhalten freien Eintritt.


Boxer wird ausgezeichnet

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Franz Kimmel ist seit vielen Jahren beim Boxring Klettgau ehrenamtlich tätig.

Foto: Neubert

 

Tiengen (neu) Beim 30. Frühjahrsball der Sportler am Samstag, 19. März, in der Tiengener Stadthalle wird Franz Kimmel vom Boxring Klettgau für sein ehrenamtliches Engagement geehrt.

Der 54-jährige Sachbearbeiter schloss sich als 17-Jähriger dem Boxring Klettgau an und bestritt über 15 Kämpfe. Sein größter Erfolg war ein zweiter Platz bei den südbadischen Meisterschaften. Kimmel war viele Jahre Kassenprüfer, Vertreter der Passiven und half bei den großen Boxveranstaltungen des Vereins im Ringkommando mit. Franz Kimmel verwaltet seit 1999 als Hauptkassier die Finanzen des Vereins. Er ist seit 38 Jahren Mitglied beim Boxring.

Ohne Sport geht's nicht bei Franz Kimmel, der sich auf vielfältige Weise sportlich betätigt. Seine Leidenschaft ist der Marathon. Er startete in New York, Paris, Berlin und Hamburg, wo er jüngst einen großen Erfolg feierte. Franz Kimmel gewann in seiner Altersklasse (M50). Er lief von 1250 Teilnehmern in dieser Kategorie die schnellste Zeit. Insgesamt war er der 156. von rund 22000 Läufern. "Darauf bin ich stolz", sagt Franz Kimme.l


Fights zum Jubiläum

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Gewählt und geehrt: Toni Sabery (links) ist neuer Sport- und Jugendwart des Boxrings Klettgau. Geehrt und ausgezeichnet wurden (weiter von links) Robin Gruhl (zehn Jahre) Michael Kaiser (10), Siegfried Raatz (20), Gerhard Grether (40), Hartmut Hirz (40), Alois Ferk (30), Kurt Wanka (40). Auf dem Foto fehlen, Klaus Brause (30), Bruno Bastianelli und Hans Jordan (jeweils 15 Jahre) sowie Marianne Jehle (10).

Foto: Edwin Schlatter

Tiengen (eds ) Mit Toni Sabery als neuem Jugend- und Sportwart geht der Boxring Klettgau in sein Jubiläumsjahr. Der Boxring feiert im Oktober sein 50-jähriges Bestehen. Bestätigt wurden bei den Wahlen, der zweite Vorsitzende Wolfgang Weber, Kurt Wanka als Vertreter der Passivmitglieder, Engelbert Brillowski und Rainer Scheuch als Beisitzer gewählt. Das Protokoll führt weiter Hans-Peter Weber. Die Beiträge kassiert wie bisher Martin Hägele.

Vorsitzender Gerhard Grether gab einen kurzen Rückblick auf die Vereinsgründung 1955. Damals waren die Boxer noch eine Unterabteilung des Turnvereins Unterlauchringen . Sein Dank galt dem Gründungsmitglied Arnold Schendel, den er als Ehrengast begrüßte. Seine größte Krise zu überwinden hatte der Verein 1965, als die Auflösung zur Debatte stand. Nikolaus Heidt und Edwin Schlatter übernahmen damals die Geschäfte und führten den Verein wieder zu Erfolgen. 1981 übernahm Wolfgang Weber das Amt des Vorsitzenden. Nach seiner Karriere als Amateurboxer mit über 225 Boxkämpfen wurde Gerhard Grether 1990 Vorsitzender. Der 50. Geburtstag wird am 21. Oktober mit einer Boxgala gefeiert. Am Samstag, 22. Oktober, findet der offizielle Festakt in der Stadthalle Tiengen statt.

Erfolgreich verlief das Sportjahr. Davide Faraci, Fevzi Gören, Capan Ömer, Patrick Loewert, Fehti Gören, Diego Fernandez und Luis Ramos waren die besten Nachwuchsboxer. Selina Loewert und Natalie Dyrschka waren die ersten Frauen im Verein, die Boxkämpfe bestritten. Neu dabei sind Natalja Medwedew und Fanessa Fauser. Zu den 80 Trainingsabenden letztes Jahr kamen im Durchschnitt 55 Aktive. Der Boxring Klettgau sieht sich als Anlaufstation für Neubürger, vor allem aus dem ehemaligen Ostblock.